KESt einfach erklärt – was wird bei Aktien & ETFs in Österreich besteuert?
Sobald du in Österreich mit Aktien, ETFs oder anderen Wertpapieren Geld verdienst, kommt fast immer die Kapitalertragsteuer (KESt) ins Spiel. Hier die Basics, verständlich erklärt.
Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Er soll dir helfen, die Grundlogik zu verstehen — bei konkreten Fragen zu deiner Situation empfiehlt sich eine Steuerberatung.
Was ist die KESt?
Die Kapitalertragsteuer ist eine Steuer auf Erträge aus Kapitalvermögen — also auf Gewinne, die dein Geld für dich “arbeitet”, statt dass du dafür arbeitest. Sie betrifft insbesondere:
- Kursgewinne beim Verkauf von Aktien, ETFs oder Anleihen.
- Dividenden aus Aktien.
- Ausschüttungen und Erträge aus Fonds/ETFs, inklusive der Erträge thesaurierender ETFs, die du nie ausgezahlt bekommst, aber steuerlich trotzdem “zufließen”.
- Zinsen auf Sparbücher und Anleihen.
Wie hoch ist der Steuersatz?
Für Kapitalerträge aus Wertpapieren gilt in Österreich ein besonderer Steuersatz von 27,5 %. Das ist unabhängig von deinem persönlichen Einkommensteuersatz — die KESt wird also nicht mit deinem übrigen Einkommen zusammengerechnet, sondern separat mit dem festen Satz besteuert (“Endbesteuerung”).
Wer führt die KESt ab?
Das hängt vom Sitz deines Brokers ab:
- Österreichische Banken/Broker: Führen die KESt in der Regel automatisch ab. Du musst grundsätzlich nichts weiter tun — die Steuer ist mit dem Abzug “erledigt”.
- Ausländische Broker (z. B. viele beliebte Online-Broker mit Sitz im EU-Ausland): Führen meist keine österreichische KESt ab. In diesem Fall musst du die Kapitalerträge selbst in deiner Einkommensteuererklärung angeben (Kennzahl für Einkünfte aus Kapitalvermögen).
Das ist einer der Gründe, warum viele bei der Brokerwahl auch die steuerliche Abwicklung mitbedenken — nicht nur die Gebühren.
Was ist mit dem Verlustausgleich?
Verluste aus Wertpapierverkäufen kannst du innerhalb eines Jahres mit Gewinnen aus anderen Wertpapieren gegenrechnen und so deine Steuerlast senken. Bei österreichischen Depots übernimmt die Bank diesen Ausgleich oft automatisch, bei ausländischen Brokern musst du ihn meist selbst im Rahmen der Steuererklärung geltend machen. Dazu mehr in einem eigenen Artikel.
Kurz zusammengefasst
- Kapitalerträge aus Aktien/ETFs werden in Österreich pauschal mit 27,5 % besteuert.
- Österreichische Broker führen die KESt automatisch ab, bei ausländischen musst du meist selbst aktiv werden.
- Verluste lassen sich mit Gewinnen gegenrechnen und senken so die Steuerlast.
In den nächsten Artikeln der Steuer-Serie geht es unter anderem um den Unterschied zwischen ausschüttenden und thesaurierenden ETFs sowie um Meldefonds — beides direkt relevant für deine KESt.
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